Ein Bohrloch im saudi-arabischen Wüstensand oder auf dem Grund des Golfs von Mexiko. Ölsande in Kanada, aus denen Rohöl unter extremem Aufwand herausgearbeitet wird. Dann Supertanker, die das sogenannte schwarze Gold über die Weltmeere in Raffinerien transportieren. Von dort fahren Gefahrengut-Lkws Benzin und Diesel zu den Tankstellen, wo Autofahrer den Zapfhahn in den Tankstutzen stecken – stopp! So oder so ähnlich sieht die Produktion aller konventionellen Kraftstoffe aus. Bei der Herstellung von Benzin, Diesel und auch von Sprit aus Pflanzen wird Energie verbraucht, es werden Emissionen freigesetzt und leider oft die Umwelt verseucht. Well-to-Tank (WTT) heißt diese Vorkette in der Fachsprache, von der Quelle bis zum Tank.
Was den Autofahrer mehr interessiert, ist aber die darauf folgende Tank-to-Wheel-Bilanz (TTW), also das, was vom Kraftstofftank bis zum Rad passiert, oder vereinfacht formuliert: der Verbrauch. Die Fahrenergie muss schließlich bezahlt werden, und bei der Verbrennung von Benzin und Diesel werden Kohlendioxid, andere Luftschadstoffe und Lärm frei.
Die Gesamtbilanz aus der Produktion des Kraftstoffes (WTT), also der Bereitstellung der Fahrenergie, und der Effizienz im Auto (TTW) selbst heißt Well-to-Wheel (WTW). Von der Quelle bis zum Rad. Und nur der Vergleich dieser gesamten Kette zwischen konventionellem Auto mit Verbrennungsmotor und Elektroauto ist korrekt.
Bisher wurde oft fälschlicherweise die Vorkette der Stromproduktion (Well-to-Tank) beim Elektroauto, also der Kraftwerkspark mit seiner Mischung aus Kohle- und Atomkraftwerken, aus Windparks und Solaranlagen, mit den CO2-Emissionen beim Betrieb des Verbrennungsmotorautos (Tank-to-Wheel) verglichen. Richtig ist die Bilanzierung erst in der Gesamtbetrachtung.
Das hat auch der ADAC erkannt und schlägt in seinem Ecotest ab sofort bei Autos mit Verbrennungsmotor auf die CO2-Emissionen beim Fahren einen Wert für die Produktion oben drauf. Und anders als bei Benzinern und Dieseln hat der Elektroautobesitzer einen Einfluss auf die Stromproduktion: Er kann regenerativ erzeugten Strom, zum Beispiel aus Windkraftanlagen, wählen und so die Well-to-Wheel-Bilanz unschlagbar machen.
Wie stark die Emissionen durch unterschiedliche Energiequellen und Antriebe variieren können, zeigt der Well-to-Wheel-Rechner www.optiresource.org. Eines aber bleibt immer gleich: Elektroautos fahren lokal emissionsfrei. Benziner und Diesel tun das nie.